Erinnerung an uns

written by malu winter

Magst noch entsinnen dich, an heute leider
Bereits schon längst vergang’ne, alte Zeiten
In denen wir zusamm’ verbringen durften,
Die schönsten aller Tage, je gelebt ich –
In meinen noch so jungen Leben – hab?
Weist du noch all die zahlreich’, tollen Reisen
Die Unternomm’ wir haben – da du, zeigen
Mir doch, so dringend wolltest, all die Pracht
Des Uns’ren Planet –, ohn’ ein einzig Mal
Geplagt zu werden, sei’s auch nur, für eine
Sekund’ durch Langeweiles lästig Antlitz?
Erinnerst du dich gleichermassen gern, wie
Ich’s so oft zu pflegen weiss, an all den Unfug
Den angestellt und gut gekonnt verheimlicht
Wir beide haben vor der Mutters Ohr’n?
Wir war’n wie Pech und Schwefel, allein gegen
Den Rest der grossen, weiten Welt. Zwei Kinder
Erlebend ihren ersten oder zweiten
So sanften Frühling miteinand’. Du warst
Mein kühner Recke, der stets tapfer, schützend
Sich hat gestellt vor mich, zum meinen Schutze,
Mit wüstem Zauberspruch, wenn wers gewagt
Sich hat, mir, deinem wertvollst’ aller Schätz’
Unheil nur anzudrohn’. Wo würd’ ich heut’
Wohl stehn’, was wär’ aus mir geworden, ohn’
Die deine Wärme, Fürsorg’, deine Worte
Und grenzenlose Liebe? Nichts und Niemand
Kein Kompliment und keine Schmeichelei
Auf dieser Welt vermags, mein Herz derart zu
Erfreuen, wie zu hör’n, man stelle fest,
Die deinen edlen Züg’, in meinem Wesen,
So bist du doch, so weitaus mutiger
Und furchtloser als manchereins, ganz ohn’
Dabei die deine, Einfühlsamkeit, Güte
Und Sanfheit einzubüssen. Warst noch immer
Da, Tag und Nacht, wenn deine zärtliche
Umarmung, ich gebraucht am meisten hab’.
Drum lasst uns nun endlich allesamt erheben,
Die uns’ren Kelche, um zu feiern dich!
Auf alle Ewigkeiten und viel länger.