Das kleine Bächlein fliesst durch Wald und Tal,
Mal ist es breit und stark und dann ganz schmal,
Wenn deine Äuglein schliesst und wohl nun lauscht,
Dann kannst du hören, wie es spricht und rauscht,
Von sich erzählt, von all den prächtig Welten,
In denen ist’s gewesen schon und das nicht selten
Und so mit dir, die seine lange Chronik tauscht.
Auch ich erzähl, von mir, der meinen Gier,
Erzähl von meiner Liebe gar dem Leben,
Von meiner Abscheu, stets nach mehr zu streben,
Erzähl von dir, der deinen zärtlich Zier
Und meiner Angst, dass ich dich mal verlier.
Mein ganzes Leben schon, da warst du hier.
Wir haben oft gelacht und viel gestritten,
Zu selten und bewegt mit sanften Schritten,
Obwohl wir doch stets beider d’runter litten.
Ich frag mich oft, ob du wohl wirklich weisst,
Wie wichtig du mir heut’ noch immer bist –
Wir sind auf ewig doch zusammeng’schweisst –
Und heut’ sogar ohne all den Zwist.
Du kannst nicht vorstellen dir, wies mich füllt,
Mit Stolz, mit Hochmut, Freudeng’fühl und Glück,
Zu seh’n wie ein strahlend Licht dich nun umhüllt
Und’s besser wird schon lang und Stück für Stück.
Im Bächlein klatscht ein jeder Stein,
Wenn sie bloss hören von deinem Schein,
Und all dem vielen überstand’nem Pein –
Und letztlich dann, zum Schluss noch obendrein,
Gar all der Ehr’ mich trifft, dein Kind zu sein.