Der kleine Fuchs, der lebt im Wald ganz tief,
Er kennt ein jeden Strauch, ein jeden Baum
Ganz ruhig, sanft, bedacht, man glaubt es kaum,
Dass es solch Wesen gibt, nicht nur im Traum.
Schon in der Früh, als unsereins noch schlief,
Da hatte er bereits verfasst nen Brief,
Mit herzzerreissend traurigem Motiv.
Doch lass dich hiervon bitte nicht verirren,
Denn Traurigkeit missfällt dem seinen Wesen,
Sie macht ihn sturm, bis ihm die Ohren klirren,
Er nicht mehr weiss, wie’s um ihn ist gewesen.
Zu Lachen, Spielen, wild umher zu Toben,
Das liegt in seiner wahrhaftigen Natur.
Die seine Liebe ist so rein, so pur,
Er ist bewandert in der hohen Kultur,
Und kannte nie die Zeit, noch eine Uhr,
Er spielt das Klavier gut in Moll und Dur,
Und leistete noch nie ‘nen falschen Schwur,
Ein jeder war, sobald er dies erfuhr,
Von tiefer Liebe für den Fuchs durchwoben
Und wollt’ sogleich beginnen ihn zu loben.
Doch wie die Füchse eben einmal sind,
So misstrauisch und in ihrem Urteil g’schwind,
So ängstlich, scheu und voller Furcht vom Leben,
Verschreckt schon allein durch den lausten Wind,
Die Sicherheit ist’s, wonach sie alle streben,
Bevor sie ihre Liebe jemand geben.
Und vielleicht sind sie darin gut beraten.
Von manch’ durch and’re ausgeführte Taten,
Der Fuchs sich fühlte einfach bloss verraten,
Und hat aus diesem simplen, schlimmen Grunde,
‘Ne Festung sich erbaut, um sich zu schützen,
Ward taub auch für die noch so schönste Kunde,
Verbrachte doch so manche einsam’ Stunde,
Ganz allein auf der seinen weiten Runde,
Und sehnte gleichwohl sich in jeder Sekunde,
Nach wem, der wahrhaft will ihn unterstützen,
Der ihm seine Liebe frei bekunde,
Und dies ganz ohne wenn und ohne aber,
Halt eben einfach so aus tiefstem Herzen,
Nach wem, der hören kann ganz ohne Worte,
Ihn fühlen lässt, wie an dem schönsten Orte
Und ohne Angst, gar all den vielen Schmerzen.
Doch leider ist die Angst von jener Sorte –
So gross, so Stark, schon beinah’ makaber –
Dass sogar Denken wird zur grossen Qual.
Mein liebster Fuchs, ich weiss du wardst schon oft verletzt,
Ich weiss du tust all dies nur um zu schützen dich
Doch muss ich sagen dir, dass gestern ist nicht jetzt.
Schon längst vorbei zum Glück sind eben jene Zeiten,
Als jede Sekund’ einem blutigen Kampfe glich,
Als verloren warst in tiefen, düst’ren Weiten.
Die Rüstung die du trägst, so schön und hell sie auch noch schimmern mag,
Sie bietet heute lediglich noch Schutz vor deinem eignen Glück.
Die Festung, welche du bewohnst seit langer Zeit und manchem Tag,
Sie hält bis heut – und wird es stets so tun – dich einfach nur zurück.
Du bist doch heute nimmer allein,
Ein Niemand meint es noch gemein,
Dein Wasser ist so rot als Wein,
Die Freude gross, die Sorgen klein,
Ein jeder Tag erscheint dir fein,
“Wie kann ich bloss so glücklich sein”?
So hör doch bitte einfach kurz noch zu,
Und wag es gar nicht erst zu fragen “Wozu?” !
Und mache keinen Muchs und gib bloss Ruh’.
Was ich denn kann das hast du längst gemeistert,
so hab ich All das doch von dir erlernt.
sagte der kleine Welpe zu seiner Mama ganz begeistert.