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Bist du etwa für Internet-Piraterie?
Ja! Als Person mit einer anarchistischen Weltanschauung betrachte ich es schon beinahe als meine Pflicht mich solidarisch mit Internet-Pirat*innen zu zeigen.
Was ist das hier?
In Zeiten des Late-Stage Kapitalismus, in denen man um sämtliche Spiele des eigenen Lieblingsfussballfereins monatlich rund CHF 100 investieren muss und für den Film, den man gerade gerne gucken möchte, trotz abgeschlossenem 4K und werbefreiem Abo bei:
Netflix
Disney+
HBO MAX
Paramount+
Amazon Prime Video
Apple TV+
Sky
RTL+
Joyn
Total:
(CHF 25.00/Monat)
(CHF 18.00/Monat)
(CHF 23.90/Monat)
(CHF 17.90/Monat)
(CHF 13.00/Monat)
(CHF 11.00/Monat)
(CHF 20.00/Monat)
(CHF 12.00/Monat)
(CHF 10.00/Monat)
(CHF 132.90/Monat)
am Ende Geld zahlen muss um ihn sich anschauen zu können, wird Piraterie zur Pflicht einer jeden (antikapitalistischen) Person. Sich auf der hohen See zu Recht zu finden, kann jedoch manchmal gar nicht so leicht und ein wenig überfordernd sein, weshalb ich mich zur Bereitstellung meiner eigen erstellten Karte entschieden habe, als das sie euch dienlich sein möge.
1. der Begriff “Raubkopie”
Kurz und knapp ist der Begriff ein rein propagandistischer, denn er verdreht Tatsachen und ist emotional aufgeladen. Bei tatsächlichem Raub, wie beispielsweise, wenn dir dein Fahrrad gestohlen wird, wird einer Person A von einer anderen Person B, etwas gegen deren Willen weggenommen und sie (Person A) kann es daher nicht mehr selbst benützen. Dies ist bei sogenannten “Raubkopien”, wie es das Wort ja eigentlich bereits selbst zugibt, nicht gegeben, da lediglich eine Kopie heruntergeladen wird und das Original daher weiterhin erhalten bleibt. Wenn wir das nun ins echte Leben übertragen würden hätten wir folgendes Szenario: Person A sieht ein tolles Fahrrad, erstellt von diesem eine Kopie für sich und “raubt” dieses. Person B, welcher das tolle Fahrrad eigentlich gehört, kann deren Fahrrad weiterhin benützen. Person A und Person B haben nun beide das exakt identische Fahrrad und können damit herumfahren wie sie wollen.
2. Wen schützt das Copyright wirklich?
Sicherlich nicht die Künstler*innen. Diese sind heutzutage zu reinen Lohnarbeiter*innen, ohne Kontrolle über ihre eigene Kunst, degradiert worden. Die Eigentums- und Verwertungsrechte liegen bei den Grosskonzernen, welche wiederum miliardenschweren Trumpfreunden wie beispielsweise David Ellison, dem Eigentümer von Paramount, gehören. Dieser will sich gerade Warner Brothers Pictures einverleiben – ein Deal vor welchem unzählige Organisationen warnen und schwere Bedenken geäussert haben. Wenn also gegen Piraterie geklagt wird profitieren Firmen wie Disney oder Amazon, deren Besitzer und deren Anwälte.
3. Kunst (und ihre Bedeutung) im Spätkapitalismus
Die Tatsache, dass Kunst nicht mehr den Künstler*innen sondern Grosskonzernen gehört, zeigt auf, wie sehr Kunst zur blossen Ware verkommen ist. Eben diese Grosskonzerne interessieren sich nicht für Kunst sondern für das Geld, dass sie damit verdienen können. Die Veränderung der Filmlandschaft hin zu Prequels, Sequels, Spin-Offs, Remakes und Reboots, über die sich so viele Menschen beschweren, und weg von experimentellen, anspruchsvollen und quirligen Indiefilmen ist kein Zufall, sondern reines Kalkühl. Filme sollen möglichst nicht kontrovers und second-screen tauglich sein, damit sich bloss niemand daran stösst und das ganze möglichst massentauglich sein kann. Im Schlimmsten Fall kommt es sogar so weit, dass die Grosskonzerne aus Angst vor weniger Profit unter faschistischen Regimen, wie beispielsweise dem Donald Trumps, derartig katzbuckeln, dass beispielsweise queere oder feministische Inhalte gestrichen werden und es nicht zu riskieren, zukünftig keine Fördergelder mehr erhalten zu können. In diesem Fall, wird Kunst, wie sie es leider schon zu oft wurde, zum Propagandakanal für menschenverachtende Ideologien.
4. die Normalisierung des Nicht-Besitzens
Wie bereits zu Beginn ausgeführt, lässt die Qulität der Streaminganbieter mehr als nur zu wünschen übrig. Andauernde, intranspararente und teilweise rechtswiedrige Preiserhöhungen, unverständliche Abo- und Werbemodelle, ein ständing wechselndes Angebot, Werbung trotz Bezahlabo und ein immer restriktiverer Umgang mit Account Sharing. Kein Wunder also greifen die Nutzer*innen auf Alternativen zurück, wenn das Angebot immer wie unpraktischer und teurer wird. Selbst Gabe Newell, der Gründer von Steam hat gesagt: “Piracy is almost always a service problem”. Aber das ist meiner Meinung nach sogar noch zu kurz gegriffen, da das eigentliche Problem kein technisches, sondern vielmehr ein strukturelles ist. Denn selbst der besteste Streaminganbieter würde nichts an der fortschreitenden Kommerzialisierung und Ausbeutung von Kunst und der Zugangsbeschränkung dazu verändern. Im Zeitalter von Streaming und Abomodellen besitzen wir als Menschen immer wie weniger. Wir verlieren dadurch nicht nur ein grosses Stück Autonomie und Selbstbestimmung sondern gewöhnen uns immer mehr daran nichts mehr wirklich zu besitzen. In einer solchen Machassymetrie, können Konzerne ganz nach Lust und Laune Inhalte entfernen und, oder nachträglich verändern, ohne das wir irgendetwas dagegen tun können. Da wir so Stück für Stück daran gewöhnt werden, nichts mehr zu besitzen, alles nur noch zu mieten, begeben wir uns schon beinahe freiwillig in eine dauerhaufte Abhängigkeit gegenüber Grosskonzernen. Eben diese Grosskonzerne nutzen diese Bereitschaft immer stärker aus, indem sie versuchen, Abomodelle auch in anderen Bereichen unseres Lebens zu implementieren und normalisieren. Einmaleinkäufe werden durch dauerhafte Gebühren ersetzt um mehr Kosten und Abhängkeiten zu erzeugen, bis wir dann irgendwann, nichts mehr tun können ohne ein Abo dafür abzuschliessen und es eine Abo für die praktische Verwaltung aller deiner Abos gibt. Aber natürlich mit einer Pro-Funktion für nur CHF 19.99 CHF 14.99 pro Monat.
Wenn Konzerne Zugang kontrollieren, wird Piraterie zum Weg, kulturelle Autonomie zu behalten.
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Reddit Forum “FreeMediaHackYeah”
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