Bin draussen, Mitternacht, Sonnenschein
Und blauster Himmel. Lach die Wolken aus
Und esse Keckse mit der Amsel. Mond
Und Sonne, zwei unglücksel’ge Liebende,
Verdonnert dazu, ewig, voneinander
Getrennt, Leidende zu sein, nun plötzlich
Zusammen sehbar, endlich wieder, hoch
Vereint am Frimament. Der Fuchs nun spielend
Auf seiner Flöte, traurig’st Lied, das je vernomm’n
Von uns’ren Ohren, übers Dasein hier auf
Der diesen einen Welt. Ich trink die Erd’
Und nasch die kühle Abendluft. Das Schaf,
Es miaut, Enten muhen, während ich
Nun wandern über’n See und schwimm sogleich
Entlang der Bergens höchster Spitzen.
Umarm’ den Dust auf jungen Baumes grüner
Und blühend Blätter, wünsch ihm viel Erfolg
Für sein, wie ich doch hoff’, so langes Leben
Und küsse ihn, den meinen gutesten
Von allen Freunden je gekannt,
Auf seine Stirn zum guten Tag. Der Fisch
Nun kräht so schrecklich laut, sodass die Sonn’
Sich gleich verzieht. Die beiden Liebenden
Erneut getrennt – sich windend nun vor Schmerz
Und krümmend gar des eig’nen, schallenden
Gelächters über Schicksals komisch Wendung –
Auf eine Ewigkeit. Du spendest Trost
Der Frau im Monde, währenddes ich küss’
Die Sonn’ zur guten Nacht. Die Blumen, Zeugen
Von unserem, dem deinen, wie dem meinen,
Zusamm’ geteilten Schicksal, welches zwar nicht
So oft besungen wurd’ von Bardensleut,
Als Mond und Sonnes immerwährend’
Doch endliche Odyssee, in Sachen Schwermut
Sich jedoch nie verstecken musst, so sind
Wir doch seit jeher alleine, getrennt,
Auf alle Ewigkeit. Ich hör’ die Wolken
In weiter Fern sich allesamt ergötzen
Ab uns’rer Schmach und lachen über uns.
Ich find’ nur Linderung für mein Vermissen
Für dich, hoch oben bei den Sternens Antlitz.
Du, meilenweit, unerreichbar weit weg von
Mir, doch wird suchen, finden dich. Ich versprichs.